Offene Beine

Krampfadern

Thrombosen

Besenreiser

Lymphödeme

Arterielle Durchblutungsstörungen


KRAMPFADERN

OPERATIONEN, VERÖDUNG, LASER, RADIOWELLEN...?

Immer wieder müssen Sie von den „neusten der neuen“ Verfahren lesen, nahezu täglich wird eine neue „Sau durchs Dorf getrieben“. Von Laser über Radiowellen, Schaum, schnittfreien Methoden usw. werden ständig neue Methoden angeboten.

Aber letztlich entscheidend für das Therapieverfahren, welches angewandt wird, ist die Ausdehnung Ihres Krampfaderleidens! Bestehen Ihre Krampfadern seit 20 Jahren an beiden Beinen – auch noch stark ausgeprägt, wie so oft, wird man ein aufwendigeres Verfahren wählen müssen, als die sog. „Laser-Therapie“.

Der erste Schritt der Krampfaderoperation ist die Trennung der oberflächlichen kaputten Stammvene von der tiefen Vene in der Leiste oder Kniekehle – die sog. Crossektomie. Dieses ist und bleibt das mit Abstand am häufigsten angewandte Verfahren. Es ist etabliert, wirksam und erfolgreich!

Im Anschluss wird eine feine Metall- oder Plastiksonde durch die erkrankte sog. Stammvene geführt und die Vene vorsichtig von der Umgebung gelöst und dann langsam herausgezogen (=Stripping), und NICHT herausgerissen. Äusserste Vorsicht ist hier selbstverständlich.

Vor Jahren wurde mit der Kryo-Therapie geworben. Dabei wird die Vene mit Kälte = Kryo "verklebt". Keiner hat gesagt, dass es heftige Entzündungen und lange anhaltende Schmerzen geben könnte. Heute ist diese Methode nahezu wieder verschwunden.

Im Anschluss an Crossektomie und Stripping beginnt die eigentliche Arbeit. Man muss die vielen sog. Seitenastkrampfadern unter der Haut mit möglichst kleinsten Schnitten entfernen. Zusätzlich wird man Verbindungsvenen zwischen dem oberflächlichen und tiefen Venensystem, die sog. Perforansvenen, durch Einzelschnitte trennen müssen, damit es nicht zu einem Druckausgleich von innen nach außen kommt. Diese sog. Perforansvenen nicht behandelt, führen langfristig zum „Offenen Bein“ (besondere Perforansvenen, sog. Cockett-Venen, befinden sich hinter und über dem Innenknöchelbereich. Deswegen entstehen auch hier die meisten „Offenen Beine“). Zeichen einer besonderen Stauung der Venen können vermehrte blaue Äderchen im Innen- und Aussenknöchelbereich sein (= Corona Phlebectatica Paraplantaris).

Operiert der Chirurg lieblos und unter Zeitnot, macht er große Schnitte, vergisst die Hälfte der Seitenäste, vergisst in der Leiste sämtliche notwendigen Venen zu unterbinden, sind die Ergebnisse unbefriedigend.

Eine Krampfaderoperation kosmetisch hervorragend durchgeführt braucht Zeit.

Bezüglich der durch Laser-Therapie hervorgerufenen Verklebung der Stammvenen schreibt Prof. Wolfgang Hach in seinem neuesten Lehrbuch: „Venenchirurgie ein Leitfaden für Gefäßchirurgen, Angiologen, Dermatologen und Phlebologen“ erschienen im Schattauer Verlag auf Seite 110 unter „Kritische Stellungnahme der Autoren“:

„…Der Verzicht auf die klassische Crossektomie ist bei der kompletten Stammvarikose nach der aktuellen Lehre, insbesondere in den Stadien drei und vier nicht gerechtfertigt. Der Patient muss auf die Aspekte der sekundären Leitveneninsuffizienz unter diesen Bedingungen hingewiesen werden…“

Weiter schreibt er unter „Leitlinien zur Therapie und Diagnostik des Krampfaderleidens“ (Klyss et al 2004):

„…Ohne zusätzliche Crossektomie verlassen die Radiofrequenzablation und die Laserkoagulation die bisher pathophysiologisch orientierten Prinzipien zur Ausschaltung der Stammvenen.“
(Gemeint ist die Operation mittels Radiowellen und Laser!)

Die neueren Verfahren haben interessante Aspekte, erfüllen jedoch zurzeit nicht vollständig die Bedingungen, die an eine optimale Krampfaderchirurgie gestellt werden!

Es gibt in der Medizin kein Verfahren ohne Nebenwirkung. Man sagt: „Was keine Nebenwirkung hat, hat auch keine Wirkung!“ Dennoch werden von den „modernen“ Therapeuten immer wieder ins Feld geführt: „sanfte Methode, narbenfreies Verfahren, nicht belastend...“

Es gibt mehrere Verfahren, die zum Erfolg führen, jedoch propagieren sollte man die etablierten und am meisten Erfolg versprechenden Verfahren. Langzeitstudien werden hier sicherlich noch einige Änderungen bewirken.

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